Paradigmen der Hoffnung
In der Dunkelheit verirrt
hat sich der Mensch in den Wirren der Zeit
und zwischen den jungen und Alten
keimt der Samen der Hoffnung
Und wird zum Flächenbrand
und erhellt die Nacht.
Sie als Leser sind eine Ausformung der Welt. Die Pflanzen, Tiere, Steine, Erde, die Sterne und Galaxien haben sie hervorgebracht. Aus alldem, das eins ist, sind Sie, ein Wesen mit einer Idee von einem “Ich” geboren.
Das größte Veränderungspotenzial liegt in der gemeinsamen Mythen und Werteinfrastrukturen. Sie zu verändern, verändert alles. Für eine Integration von Allem, einer Gesamtschau der Realität, die das Selbst und die Ungetrenntheit zulässt, die Orientierung stiftet und Sinn gibt, und dabei nicht auf Dogmen oder blinden Glauben beruht. Was kann das anderes sein, als ein integraler Ansatz, der die Philosophie um die Kunst and die Poesie erweitert, der das geistig-wissenschaftliche “Wissen” als “Haben” um die innige Erfahrung der Erkenntnis als “Sein” erweitert, der den Kopf um den Körper erweitert und der dem ganzen Menschen hinreichend Platz gibt? Ignatius von Loyola, spanischer Mystiker und Begründer der Jesuiten drückte es einst so aus: “Nicht das Vielwissen sättigt die Seele, sondern das Verkosten der Dinge von Innen heraus.” Es geht darum, eine Weltmetapher zu finden, die zur erfahrbaren Realität des Menschseins passt und nicht das Menschsein in unpassende Weltmetaphern zu pressen. Sie soll das Außen um das Innen und das Getrennte nun das Einssein erweitern. Die Wissenschaft als Disziplin wird als solche wieder Geistgetrieben und nicht Methodengetrieben. Weniger die Abfolge strikter Regeln für eine extern-standardisierte Wissensproduktion, als die intrinsische Neugier und der Austausch sollen Feuer der Wissenschaft sein. Auch hier zeigt sich ein Gegensatz zwischen Geist-getriebenenem, Qualitäts-getriebenem oder Prozess-orientiertem Agieren auf der einen Seite und Ziel-oder Methodenorientiertem Agieren auf der anderen. Es geht um integrale Paradigmen, Mythen unserer Zeit. Es geht nicht darum ein Problem zu lösen und ein neues zu erzeugen, sondern mit Bedacht und Vorsicht alternative Wege zu imaginieren, Wege der sinnhaften Hoffnung, Wege der Menschlichkeit und Wege aus der Getrenntheit. Das ist das große Projekt, darum geht es. Das ist die Aufgabe unserer Zeit.
Comments